Zusatzgeschäfte entwickeln, an der Kernkompetenz festhalten

Die Zukunft der Medien liegt im strategisch angelegten Zusatzgeschäft, das sich an den Lebenswelten der jeweiligen Zielgruppen orientiert. Das ist eine zentrale Botschaft, die von der zweiten kress Konferenz ausgeht. Fotos finden Sie unten.

Angesichts stagnierender Auflagen, rückläufiger Leserzahlen und gesättigter Werbemärkte nahm die kress Konferenz 2011 die neuen Geschäftsfelder der Medienbranche unter die Lupe. Namhafte Referenten und rund 100 Teilnehmer diskutierten in Hamburg über die Chancen und Risiken, die europäische Medienhäusern die Erweiterung ihres Stammgeschäfts zurzeit beschert.

Christian Unger, Geschäftsführer der Ringier AG, dem größten privaten Medienunternehmen der Schweiz, eröffnete den Konferenztag mit einem Appell an die Medienunternehmer, mehr Mut zum Risiko zu zeigen und sich endlich von den zyklischen Entwicklungen des Werbemarktes abzukoppeln. Doch nicht nur Mut, sondern auch die richtige Strategie sei nötig, um diesen Schritt erfolgreich zu gehen. Ungers Empfehlung: Medienunternehmen müssen die eigenen Stärken konsequenter für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle nutzen, weitere, crossmediale Medienmarken kreieren, strategische Potenziale erkennen und diese mit Hilfe von Kooperationen konsequent heben. Also schlicht, den „Pioniergeist zeigen, den erfolgreiche Medienunternehmer immer schon gezeigt haben“.

Mediengeschäft jenseits der Medien – kritisch betrachtet: Diesen Geist brachte Oliver Voigt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe Österreich, mit seinem Vortrag über „Transaktionsgeschäfte als dritte Einkommenssäule von Medienunternehmen“ auf das Podium. Durchaus selbstkritisch richtete „WirtschaftsWoche“-Chefredakteur Roland Tichy den Blick auf Zusatzgeschäfte und Nebenaktivitäten von Zeitungen und Zeitschriften. „Wir sind die Flickschneider die etwas zusammenschnipseln, obwohl es andere besser können. Ich bin nicht gegen Nebengeschäfte, aber man sollte sich lieber darauf konzentrieren, was man am besten kann“, so der „WiWo“-Chef.

Ähnlich kritisch schaute Musikmanager Tim Renner auf die Auswüchse des Mediengeschäfts: „Ich finde Zusatzgeschäfte manchmal etwas anstrengend. Man muss sehr aufpassen, ob die jeweiligen Partner zur eigenen Kernkompetenz passen. Außerdem geben Zusatzgeschäfte von Medienunternehmen immer auch Konflikte vor.“ Etwa wenn sich Medienhäuser im Entertainment-Bereich versuchten. Als Mitveranstalter könne eine unabhängige Berichterstattung nicht immer garantiert werden. Renner warnte die Konferenzteilnehmer eindringlich davor, Erweiterungsgeschäfte einzugehen, die das Kerngeschäft beschädigen könnten. Der Niedergang der Musikindustrie habe gezeigt, dass es sich nicht lohne, das eigene Kerngeschäft zu vernachlässigen. Affiliate-Modelle weisen einen Weg.

Dr. Holger Feist, Director Development bei Hubert Burda Media, sprach sich ähnlich vehement dagegen aus, den Verlockungen von Trends nachzugeben. Dazu zählten vor allem Engagements auf den volatilen Finanzmärkten und ein überstürzter Einstieg in den Online-Handel. Besser geeignet seien Affiliate-Modelle, die sich perfekt um journalistische Inhalte ergänzen ließen. Als Beispiele nannte Feist unter anderen Stylefinder und Editorial Shopping-Portale wie sie etwa Burdas „InStyle“ betreibe.

Weitere Referenten waren:
Hans Fink, Geschäftsführer SevenVentures, Anke Felbor, Leiterin der Zeit Akademie, Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer „Die Zeit“, Dr. Jens Müffelmann, Leiter Elektronische Medien Axel Springer, Erwin Linnenbach, Sprecher der Geschäftsführung Regiocast und Dirk Rumberg, Geschäftsführer Ultreya.

Programm kress Konferenz 2011

fand am 29. November 2011 in Hamburg statt.

9.00-10.00 - Foyer - Registrierung der Teilnehmer, Kaffee-Empfang


10.00-10.10 Uhr - Ballroom - Eröffnung

Henning Kornfeld
Stellvertretender Chefredakteur/Ressortleiter Print, Haymarket Media GmbH - kress

Torsten Zarges

Korrespondent Köln, Haymarket Media GmbH - kress
Moderator der Konferenz

 


10.10-10.30 Uhr - Ballroom - Keynote

Guter Journalismus ist nicht genug. Erfolgsstrategien für ein modernes Medienunternehmen

Christian Unger
CEO, Ringier AG


10.30-11.00 - Ballroom

Das Zeitungshaus als Handelshaus. Transaktionsgeschäfte als dritte Einkommenssäule von Medienunternehmen

Oliver Voigt
Vorsitzender der Geschäftsführung, Mediengruppe "ÖSTERREICH" GmbH

 


11.00-11.30 Uhr - Ballroom

Beilagen, Beiboote und Zubrot - oder einfach nur: Journalismus? Wieviel Nebenaktivitäten vertragen Zeitschriften und Zeitungen?

Roland Tichy
Chefredakteur, WirtschaftsWoche


11.30 - 12.00 Uhr - Kaffeepause - Foyer 2. Stock


12.00-12.30 Uhr - Raum Ballroom, 2A, 2B - Fachvorträge für Teilgruppen

More than TV - Die New-Business-Initiativen der ProSiebenSat.1 Group

Hans Fink
Geschäftsführer, MM MerchandisingMedia GmbH / SevenVentures GmbH / Starwatch Entertainment GmbH


Verlag? Handelshaus? Investment-Fonds? Wie Verlage in Zukunft wachsen können

Dr. Holger Feist
Director Development, Burda GmbH


Einstieg in den Bildungsmarkt: Die "ZEIT Akademie"

Anke Felbor
Leiterin ZEIT Akademie, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG


12.30-13.30 Uhr - Foyer 2. Stock - Mittagessen


13.30-14.00 - Ballroom - kress Interview mit Henning Kornfeld

Ist Digital besser? Welche neuen Geschäftsmodelle Medienunternehmen brauchen

Tim Renner
Geschäftsführer, Motor Entertainment GmbH

Henning Kornfeld
Stellvertretender Chefredakteur/Ressortleiter Print, Haymarket Media GmbH - kress

 


14.00 - 14.30 Uhr - Ballroom - kress Interview mit Torsten Zarges

Die neuen Geschäftsfelder der "ZEIT"

Dr. Rainer Esser
Geschäftsführer, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG

Torsten Zarges
Korrespondent Köln, Haymarket Media GmbH - kress

 


14.30 - 15.00 - Kaffeepause - Foyer 2. Stock


15.00-15.30 Uhr - Ballroom, Raum 2A, 2B - Fachvorträge für Teilgruppen

Der Fall Axel Springer - Digitalisierung als Chance

Dr. Jens Müffelmann
Leiter Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien, Axel Springer AG


Sendungsbewusst: Wie Regiocast digitale Verbreitungswege beschreitet und neue Geschäftsfelder erschließt

Erwin Linnenbach
Sprecher der Geschäftsführung, REGIOCAST GmbH & Co. KG


Partnervermittlung, Reisen und Wein: Mit welchen Zusatzgeschäften ausländische Medienhäuser erfolgreich sind 

Dirk Rumberg
Geschäftsführer, Ultreya GmbH

 


15.40-16.15 Uhr - Ballroom - Podiumsdiskussion moderiert von Martin Paff

Erfolgsbedingungen von Nebengeschäften in der Medienbranche

 


16.15-17.00 Uhr - Foyer - Ausklang der Konferenz mit Bier & Snacks


Ab 17.00 Uhr - DAVID´S / 20up Bar - Socializing

Gerne können Sie sich anschließend in der Bar DAVID´S einfinden, um mit Ihren Gesprächspartnern den Abend ausklingen zu lassen.

Ab 18 Uhr steht Ihnen auch die 20up Bar im 20. Stock des Empire Riverside Hotels zur Verfügung. Genießen Sie dort den phantastischen Ausblick über Hamburgs Hafen. 

Bitte beachten Sie, dass die dort konsumierten Getränke & Speisen nicht in die Konferenzgebühr inkludiert sind.

Änderungen vorbehalten.

Referenten

Geschäftsführer, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG

Director Development, Burda GmbH

Leiterin ZEIT Akademie, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG

Geschäftsführer, MM MerchandisingMedia GmbH / SevenVentures GmbH / Starwatch Entertainment GmbH

Stellvertretender Chefredakteur/Ressortleiter Print, Haymarket Media GmbH - kress

Sprecher der Geschäftsführung, REGIOCAST GmbH & Co. KG

Leiter Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien, Axel Springer AG

CEO, Habitude Deutschland

Geschäftsführer, Motor Entertainment GmbH

Geschäftsführer, Ultreya GmbH

Chefredakteur, WirtschaftsWoche

CEO, Ringier AG

Vorsitzender der Geschäftsführung, Mediengruppe "ÖSTERREICH" GmbH

Korrespondent Köln, Haymarket Media GmbH - kress

Empire Riverside Hotel

Bernhard-Nocht-Straße 97
20359 Hamburg
Telefon +49 40 31 11 9-0 Reservierung -70 600
Telefax  +49 40 31 11 9-70 601
www.empire-riverside.de
empire(at)hotel-hamburg.de

 

Das Empire Riverside Hotel

Hoch oberhalb der St.-Pauli-Landungsbrücken – dem Tor zur Welt – empfängt Sie in einer einzigartigen Hamburger Lage das Empire Riverside Hotel: Wie ein Leuchtturm erhebt sich der imposante, bronzeverkleidete Hotelturm inmitten des Zirkels zwischen Reeperbahn, Hafen und Speicherstadt und reiht sich elegant in die Stadtsilhouette oberhalb des Elblaufs ein.

Stararchitekt David Chipperfield, aus dessen Zeichenfeder sowohl Außenfassade als auch Innendesign entstanden sind, ließ sich bei der Gestaltung der 20 Etagen des Empire Riverside Hotel von der klassischen Moderne und dem Mythos der Oceanliner der 30er Jahre inspirieren. Zur Hotel-Website …

Anreise mit dem Taxi

Taxi-Rufnummer: 040 - 211 211
Taxi vom Flughafen: ca. 25 EUR (10 km), 25-30 min
Taxi vom Hauptbahnhof: ca. 10 EUR (3,5 km), 10 min


Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln

Für Auskünfte nutzen Sie bitte die Website des Hamburger Verkehrsverbundes.

Nächstgelegene U-/S-Bahn Station: Landungsbrücken

U-/S-Bahn vom Hauptbahnhof:

U3 Richtung Schlump
S1 Richtung Wedel/Blankenese
S3 Richtung Pinneberg

Kosten: 1,30 EUR
Dauer: ca. 6 min
anschließender Fußweg: ca. 500 m

Rückblick...

Die kress Awards 2011

fanden am 29.11.2011 im Grand Elysée in Hamburg statt.

Die kress Awards zeichneten zum zweiten Mal die besten Strategien, Produkte, Innovationen, Dienstleistungen und Köpfe in Medien, Marketing und werbungtreibenden Unternehmen aus.

Fotos und Videos der feierlichen Preisverleihung finden Sie unter www.kressawards.de

Die kress Konferenz 2010

Die kress Awards 2010

fanden am 30.11.2010 im Grand Elysée Hamburg statt.

Im Rahmen einer festlichen Gala zeichnete der kressreport erstmals die besten Strategien, Produkte, Innovationen, Dienstleister und Köpfe in Medien, Marketing und werbungtreibenden Unternehmen aus. Die kress Awards wurden von namhaften Sponsoren aus der Medien- und Kommunikationsbranche unterstützt. 

Weitere Informationen finden Sie unter www.kressawards.de